Verrückt oder vernünftig? Ein Erklärungsversuch

By admin · 1. Mai 2009 · Filed in Robert Steinbauer

ziel_robertIch möchte nun ein wenig über die Grenze zwischen “verrückt” und “vernünftig” philosophieren. Dabei handelt es sich aber ausdrücklich vum meine persönliche Meinung, ich will niemanden „bekehren” oder überzeugen.

Ausgangspunkt war mein Plan, am MdS 2009 teilzunehmen und die Frage, warum man sich so etwas antut.

Ich selber bin kein Spitzenläufer, der damit Geld oder Ruhm verdienen kann. Vielmehr würde ich mich als ambitionierten Freizeit-Sportler bezeichnen. Damit fällt das materielle Argument für all die Strapazen schon einmal weg. Man kann auch nicht auf die Bewunderung von Freunden und Bekannten hoffen, da einen diese eher für ein wenig verrückt halten und daher mehr bedauern als bewundern. Woher kommt dann aber wirklich die Motivation? 

Das Ganze hängt, wie fast alles im Leben, damit zusammen, dass man seine Energien dann am besten bündeln und mobilisieren kann, wenn man auch weiß, wofür. Wenn man also ein klares, einfach zu formulierendes Ziel vor Augen hat. Dieses Ziel lautete für mich: „MdS als schnellster Österreicher zu beenden” (das war natürlich ein gewagtes Ziel, da ich die österreichischen Teilnehmer zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht kannte).

Zum Thema “Ziele setzen” ist in der (Management-) Literatur bereits bändeweise geschrieben worden, sodass man es teilweise gar nicht mehr hören kann. Es gibt auch den inzwischen bereits ein wenig “abgedroschenen” aber trotzdem richtigen Leitsatz, dass ein Ziel SMART sein soll, also selbst gesteckt, machbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Mit anderen Worten: Das Ziel muss einem wichtig, sehr wichtig sein! Je größer die Wichtigkeit empfunden wird, desto leichter fällt es auch, an die Machbarkeit zu glauben. Und dann lassen sich die buchstäblichen Berge versetzen.

Man ist dann leichter bereit, die „Wohlfühlphasen” zu verlassen (nämlich beim Training und beim Rennen selber) um dann immer wieder gestärkt in den „Wohlfühlbereich” zurückkehren zu können. Man wird dann ständig durch das befriedigende Gefühl, es sich ja verdient zu haben, belohnt. Ich habe erlebt, dass man gerade den Wohlfühlbereich verlassen muss, um in neue, bisher vielleicht völlig unbekannte, Sphären vordringen zu können. Dadurch lassen sich Grenzen verschieben, man macht neue Erfahrungen und erlebt das Gefühl, Dinge machen zu können, die eben nicht mehr jeder kann.

Jemand, der das noch nicht in der einen oder anderen Form schon selber erlebt hat (und das muss überhaupt nicht im sportlichen und körperlichen Bereich sein), wird das vielleicht gar nicht so leicht nachvollziehen können. Dieses Gefühl lässt sich auch sehr schwer explizit beschreiben. Es hat jedenfalls etwas mit Stolz (auf sich selber), Freude, Euphorie, aber auch mit Demut zu tun. Wichtige Dinge bleiben wichtig, Oberflächlichkeiten verlieren aber an Bedeutung.

Und genau diese Augenblicke, die es aber (leider) nur in Kombination mit der Anstrengung gibt, sind wahrscheinlich die Antwort auf die Frage: „Warum tust du dir das Ganze an?”

Zusammenfassend kann ich daher den  folgenden Ratschlag geben: Haltet die Augen offen nach dem Außergewöhnlichen. Wenn jemand eine spannende Idee hat, sollte er gleich möglichst vielen Bekannte davon erzählen. Wenn dann alles sagen: “Wow, das ist ja super - das hört sich toll an!” … dann kann man getrost das Ganze schnell wieder vergessen und an neuen Plänen arbeiten …

Kommentare

Mag. R. Topfen
Mai 3rd, 2009 at 13:40

Der Faktor “Geld-Verdienen” ist in unserer materialistischen Welt sehr wichtig (und nur ein Träumer oder ein Millionär könnte das bestreiten). Allerdings reicht das als Motivator für eine Tätigkeit i.d.R. nicht aus. Das gilt für sportliche Belange genau so wie für wirtschaftliche oder berufliche. Vergleiche etwa auch die foldende Studie.

[...] SMARTe Ziele bin ich in meinem letzten Beitrag bereits kurz eingegangen. Ich möchte hier einen weiteren Aspekt beschreiben, den ich vor ein paar [...]

Hallo,
ich bin mir nicht sicher ob ich hier richtig bin…

aber ich habe eine frage… wo kann man sich für den lauf anmelden?
ich kenne niemanden der den lauf gemacht hat hab aber schon viel darüber gelesen…
ich will zu mir selbst finden und das schaffe ich hier einfach nicht… das gefühl nur ich und die wüste… laufen und an seine grenzen stosen
ist das richtige für mich…

Lg

Hallo Visi,

du kannst dich direkt bei Anke Molkenthin ( anke.molkenthin@laufenderleben.de ) anmelden. Sie koordiniert und organisiert auch die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Einfach ein formloses E-Mail schreiben und deine Interesse bekunden, Fragen stellen, …

Anke antwortet i.d.R. sehr rasch und kompetent.

Schöne Grüße,
Robert (Steinbauer)

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